Prinz Heinrich von Preußen

Immer mehr wollen Helmut-Schmidt-Mützen kaufen

Sie wird immer beliebter – die Helmut-Schmidt-Mütze, alias Prinz-Heinrich-Mütze, aka Lotsenmütze oder Elblotsenmütze

Vielleicht ist es eine Reminiszenz an den Altkanzler, der auch unter jüngeren Menschen hohes Ansehen genoss. Vielleicht ist es aber auch eine Liebeserklärung an Hamburg und die Zeit, als der Hamburger Hafen noch keine Touristenattraktion mit Musicals und Shows war, sondern ein Ort, an dem hart gearbeitet wurde.

Jedenfalls sieht man immer mehr junge Menschen, die die typisch-maritime Kopfbedeckung für sich als Fashion-Statement entdecken.

Prinz-Heinrich Mützen

Prinz-Heinrich Mützen

St. Pauli Mützen

St. Pauli Mützen

Elbsegler

Elbsegler

Hamburg Mützen

Hamburg Mützen

 

Dabei handelt es sich bei der Schmidt-Mütze genau genommen um eine Elblotsenmütze, auch bekannt als Prinz-Heinrich-Mütze, benannt nach dem jüngeren Bruder Kaiser Wilhelms des Zweiten. Prinz Heinrich hat sich nicht unbedingt als der große Staatenlenker hervor getan, wie sein geltungssüchtiger älterer Bruder Kaiser Wilhelm II, sondern eher als fähiger Diplomat. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs befehligte er als Großadmiral die deutsche Ostseeflotte, drängt die überlegene russische Flotte zurück und war wegen seines Sachverstands, was technische Neuerungen anging und wegen seines besonnenen und diplomatischen Gespürs und nicht zuletzt wegen seiner großen Liebe zur Seefahrt, bei den Menschen sehr beliebt. Und um sein adliges Haupt gegen eisige Winde zu schützen, bediente er sich einer Mütze, die an die Uniform-Mütze der kaiserlichen Marine angelehnt war. Diese wurde fortan Prinz-Heinrich-Mütze genannt. An den Prinzen erinnern sich heute wenige, aber die Mütze ist geblieben.

Lange Zeit wurde sie von der älteren Generation getragen. Viele Lotsenmützenträger haben selbst im Hamburger Hafen gearbeitet, wo Schiffermützen, wie der Elblotse oder der Elbsegler zur Arbeitsuniform gehörten. Eben deshalb wurde sie auch zum Markenzeichen des Altkanzlers Schmidt. Mit der für ihn so typischen Lotsenmütze zeigte er seine Verbundenheit mit dem arbeitenden Mann. Die Schmidt-Mütze stand und steht für Fleiß, Tatkraft und Tradition, gute Arbeitertugenden, mit denen der einstige Kanzler sich offenbar gut identifizieren konnte.

Aber was ist es, was die Menschen von heute mit der Schmidt-Mütze verbinden? Ist es einfach schick „retro“ zu sein? Oder möchte man dazugehören, zur Gruppe der Werktätigen – ist es cool, sich ein wenig proletarisch zu geben? Ist es vielleicht auch eine Liebeserklärung an den „kleinen Mann“, so, wie es der Altkanzler vorgelebt hat?

Vielleicht gehört es in der einstigen und heutigen Industrie- und Hafenstadt Hamburg einfach zum guten Ton, den kleinen Mann, und damit die eigenen Wurzeln, nicht zu vergessen. Das erklärt auch die Liebe vieler Hamburger zum „Underdog-Verein“, dem FC St. Pauli.

Jedenfalls scheint es noch Bedarf für die Lotsenmütze oder Prinz-Heinrich-Mütze, diese typisch norddeutsche Kopfbedeckung, zu geben. Und auf HamburgHats.de wird man, was das angeht, auch fündig.

Titelfoto: hfr